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Aktualisiert: 21.12.2008
Unbehagen an der Geschichte? Perspektivwechsel
Tagung für Lehrer und Lehrerinnen

mit Prof. Dr. Doron Kiesel und Marina Chernivsky

Veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Waldorfpädagogik NRW
in Zusammenarbeit mit den Religionslehrern an Waldorfschulen

Freitag, 16. Jan. 2009 17:00 Uhr bis Samstag 17. Jan. 2009 18:00 Uhr
Kosten: 70 €
Anmeldung über: sekretariat@waldorf-nrw.de oder Fax 0231.88083322

Tagungsankündigung (pdf)


Der aktuelle Antisemitismus ist eine fächerübergreifende Herausforderung für die Pädagogik geworden. Die historisch ausgerichtete Vermittlung des Holocaust im schulischen Unterricht reicht alleine nicht mehr aus, um aktuellen antisemitischen und fremdenfeindlichen Haltungen nachhaltig begegnen zu können. Es bedarf der Entwicklung von zeitgemäßen Bildungskonzepten, die sich über die historische Wissensversmittlung hinaus, mit aktuellen fremdenfeindlichen und besonders mit antisemitischen Einstellungsmustern auseinandersetzen.
Das zweitägige Seminar ist erfahrungsorientiert und macht emotional begreifbar, wie Vorurteile entstehen und funktionieren. Die selbstreflexive Dimension dieses Ansatzes befähigt zur Entwicklung von alternativen Denk- und Handlungsoptionen für die jeweiligen Praxisfelder.
Der Ansatz ermöglicht auch eine Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf weitere spannungsgeladene fremdkulturelle Erfahrungen und Begegnungen.

Methodisch wird eine individuelle Annäherung an das Thema vorgenommen. Mittels des „Anti-Bias-Ansatzes“ wird ein notwendiger Rahmen für effiziente Wissensvermittlung und dialogische Interaktionsprozesse gebildet. Der „Anti-Bias-Ansatz“ kommt aus dem Bereich der interkulturellen und anti-rassistischen Bildungsarbeit. ‚Bias’ bedeutet soviel wie ‚Voreingenommenheit’ aber auch ‚Diskriminierung’. Dem Ansatz liegt die Annahme zu Grunde, dass Diskriminierung nicht ausschließlich auf Vorurteilen Einzelner beruht, sondern auch gesellschaftlich verankerte Bilder, Werturteile und Diskurse reproduziert. Der „Anti-
Bias-Ansatz“ geht auf alle Dimensionen der Voreingenommenheit in ihrer alltäglichen Relevanz ein, regt zur Reflexion über die eigenen Einstellungen, und zeigt  Handlungsoptionen auf.


Prof. Dr. Doron Kiesel lehrt Interkulturelle und Internationale Soziale Arbeit an der Fachhochschule Erfurt.
Einige Veröffentlichungen von Doron Kiesel:
- Stephan Braese, Holger Gehle, und Doron Kiesel (Hrsg.): Deutsche Nachkriegsliteratur und der Holocaust. Campus Fachbuch, Frankfurt am Main, 1998
- Doron Kiesel und Thomas Eppenstein: Soziale Arbeit interkulturell. Kohlhammer Stuttgart, 2006
- Doron Kiesel und Hans von Lüpke:  Vom Wahn und vom Sinn. Krankheitskonzepte in der multikulturellen Gesellschaft. Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt am Main, 2001

Marina Chernivsky ist Diplom-Psychologin und derzeit tätig in Projektentwicklung- und Management der ZWST (Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland), der es wesentlich um die präventive Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit geht.


Links:
www.zwst-perspektivwechsel.de
www.zwst-brueckenschlag.de