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Rückblick auf 2006 -
3. Forum-Eurythmie – „feel your rythm“









RHYTHM IS IT!

Und –

Wer es könnte
Die Welt
Hochwerfen
Dass der Wind
Hindurchfährt.

(Hilde Domin)

Alle, die da waren – zuschauend wie begleitend –, haben erlebt, dass es möglich ist, der LEICHTE Ausdruck zu verleihen, Be-Geisterung im wahrsten Sinne des Wortes entstehen zu lassen.

Vom 24. – 27. Mai 2006 fand dieses große und junge Eurythmietreffen nun zum dritten Mal statt. 400 Teilnehmer aus 8 Ländern – Schüler, Studenten, Bühnenkünstler – haben sich und den Bühnenraum eurythmisch in Bewegung gebracht, sowie den Seelenraum der jeweils Zuschauenden.
An allererster Stelle gilt mein Dank und Kompliment den Organisatoren – den Eurythmie-Studentinnen und Studenten aus Witten und Arnold Pröll, als dem Initiator der Forum-Idee, für so viel Klarheit und Beweglichkeit zugleich, so dass Proben und Aufführungen, Verpflegung und Unterkunft abliefen, als wären alle Beteiligten nichts anderes gewöhnt, als solch ein künstlerisches Großprojekt zu steuern. Eine logistische Meisterleistung! – oder wird etwa die Eurythmie Basiskompetenz künftiger Managementkultur werden?

Zur Eröffnung fand die abendliche konzertant-szenische Aufführung von Teilen aus Glucks „Orpheus“ unter der Leitung von Susanna Dornwald statt – Wittener Schüler und Eltern in Chor und Orchester, Eurythmie-Studenten aus Witten solistisch singend und feurig die Furien bewegend Schüler aus Dortmund und Hildesheim gestalteten das Geschehen auf der Bühne.
Die folgenden Tage beschenkten alle Zuschauer mit einem bunten und vielfältigen Reigen der verschiedensten Werke. Die Tage und Abende waren geprägt von gegenseitigem Interesse, Begeisterung, Fröhlichkeit, spontanen Entschlüssen auch aufzutreten, von künstlerischer Freiheit, von unerwarteten Treffen alter Bekannter, von Aufführungen, die Mut und Hoffnung für den Eurythmie-Unterricht wecken konnten, von Schülerdarbietungen, die künstlerisch so hervorragend durchgestaltet waren, dass der Funke in Noch-Nicht-Eurythmisten-Seelen übersprang, um den Entschluss zum Eurythmie-Studium zu entfachen.

Alles in allem: wirklich ein Fest der LEICHTE! Die Eurythmie lebt, und sie wird geliebt von Jung und Alt. Und das mitten im, bzw. am Rande des Ruhrgebiets, wenn auch noch nicht in Fußballstadiondimension.
Und eben darum wird es vom 17. - 20. Mai 2007 ein weiteres FORUM EURYTHMIE in Witten in den Räumen der Blote Vogel Schule und des Instituts für Waldorf-Pädagogik geben! Den Kollegien sei an dieser Stelle auch von Herzen gedankt, das die Räume aller Bewegung zur Verfügung stellte.

Aber es bleibt auch das Gefühl, dass wir doch erst am Beginn dieser Kunst stehen, obwohl oder gerade weil es besonders die Aufführungen aus gut geführter und zugleich freilassender Arbeit mit Kindern und Jugendlichen waren, die das spezifisch eurythmische Übersichhinauswachsenkönnen des Menschen sichtbar werden ließen.
In dem Film „Rhythm is it“ über das Tanzprojekt mit Berliner Kindern und Jugendlichen unter der Leitung von Royston Maldoom und Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern gibt es eine Szene, in der Maldoom die Jugendlichen anfeuert, sinngemäß etwa so: „Wachst über euch hinaus, ihr seid viel größer als ihr denkt, bleibt nicht unter euren Möglichkeiten. Die Welt sähe anders aus, wenn wir alle immer unser Bestes gäben!“

In den Tagen des Forums fühlte ich mich immer wieder an diese Sequenz im Film erinnert – die Eurythmie birgt das Potenzial, den Menschen über sich hinaus wachsen zu lassen, seinem wahren Wesen und Ursprung entgegen. Der besondere Zauber des Festes ging von den Kindern und Jugendlichen aus. Für mich persönlich wurde Künftiges gegenwärtig lebendig.

Auf wieder sehen in der Zukunft – im Mai 2007 in Witten!

Gabriele Ruhnau
Sprachgestalterin
(Witten)





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