Ein Ziel der gemeinsamen Verantwortung von Schule und Seminar für die Lehrerbildung ist es, gleichzeitig einen Gewinn für die Qualität der Ausbildung und für die Qualität der Schule anzustreben.
Hierfür zwei Beispiele:
1. Die Schule ist zentraler Ort pädagogischer Praxisforschung. Das Institut für Waldorf-Pädagogik hat im letzten Jahr mit einer Schule ein Projekt durchgeführt, das zum Ziel hatte im naturwissenschaftlichen Unterricht (Physik) gleichzeitig die Sprachkompetenz zu fördern und durch diese Förderung die naturwissenschaftliche Kompetenz zu stärken. Dieses Projekt wurde in einer sechsten Jahrgangsstufe erfolgreich durchgeführt. Eine Dokumentation ist unter dem Titel "Fachliches Lernen ist immer auch sprachliches Lernen. Sprachliches Lernen ist immer auch fachliches Lernen" veröffentlicht. Die Ergebnisse des Projektes wurden von Studentinnen im Lehrerkollegium und von Schülern für die Studenten des Seminars dargestellt. Das Projekt hat, außer den Erkenntnissen über den Zusammenhang von Physik und Sprache, eine stark anregende Wirkung für Fächer integrierenden Unterricht bei den Studierenden und Lehrenden, über die Betroffenen hinaus, gehabt. Es sind bei Studierenden und Lehrenden in großem Umfang Fähigkeiten zur Kooperation und zur Moderation von Prozessen gewachsen.
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2. Lernprozesse brauchen eine sprachliche Spiegelung, damit man sich ihrer bewusst werden kann und sie ihre Wirksamkeit entfalten. So steht denn auch Reflexion als Aufgabe an
ganz zentraler Stelle in dieser Studienordnung. An die Erfüllung einer Aufgabe muss sich die Distanzierung anschließen. Abstand nehmen und aus dem Überblick auf die konkrete
Arbeit schauen, sie wieder in den großen Zusammenhang stellen, das Ergebnis werten und Wert schätzen, den individuellen Weg, der zum Resultat geführt hat, einschätzen.
Durch die Reflexion werden handlungsorientierte Phasen zu einem erkennbaren, weil sprachlich formulierbaren Ganzen. Reflexion bildet im Rahmen der Aufgabenorientierung eine zentrale Rolle beim Kompetenzerwerb und für die Persönlichkeitsentwicklung und es muss genügend Zeit dafür eingeräumt werden. Reflexion des eigenen Tuns gehört zum Kern
pädagogischen Handelns in der Schule, findet aber zumeist beim
einzelnen Lehrer in der Stille am Schreibtisch statt. Sobald sie in der
Zusammenarbeit von Studenten, Ausbildungslehrern und Dozenten zur
Aufgabe wird, leistet diese Arbeit als Übung für Intervisionsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Schule.
Download
Folgende Arbeitspapiere können Sie sich herunterladen:
Leitideen
Reflektion zu Kompetenzen
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