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Aktualisiert: 01.12.2008


Studiengang KlassenlehrerIn mit Fach Gartenbau

Ökologische Schlagworte wie Biodiversität, Klima, Nachhaltigkeit, Qualität der Nahrungsmittel, Gesundheit, Salutogenese u. v. a. prägen den öffentlichen Diskurs und fordern uns zunehmend in der Lebensgestaltung heraus.

Eine solide Urteilsbefähigung für das jetzige und spätere Leben in diesen Fragen kann nur in einem nachhaltig positiven und sinnvollen Verhältnis des jungen Menschen durch Kopf, Herz und Hand zu der Natur begründet liegen. Der Gartenbau versucht, diese Aufgabe insofern zu leisten, als er Schülern das sinnvolle und sinnerschließende Tun in der Natur nahe bringt. Lernendes und tätiges Erfahren unserer Beziehung zu Erde, Pflanze, Tier und Himmel, praktisches Denken und planvolles Tun im Bereich des Lebendigen sind Ziel und Mittel, diese Herzensangelegenheit zu realisieren.


Das Studium

Das Fachstudium zum Gartenbaulehrer erstreckt sich über 2 ⅓ Jahre.

Es gliedert sich in drei Schwerpunkte:
a) gärtnerische Praxis,
b) methodisch-didaktische Grundlagen, goetheanistische Naturbetrachtung, geisteswissenschaftlicher Hintergrund,
c) Abschlussarbeit.


a) Die gärtnerische Praxis ist Gegenstand vornehmlich des ersten Studienjahres. Zum einen wird sie im Gärtnerhof erlernt und erübt und zum anderen im Park und Gelände des Instituts. Grundlagen gärtnerischer Kulturen in den Bereichen Gemüse, Kräuter und Obst, Tierhaltung, Bodenkunde, Bodenbearbeitung, Düngungsfragen, Pflanzenkenntnisse, Arbeitsergonomie und -technik, Werkzeug- und Maschinentechnik sind Kernbereiche des Lernbereiches Gärtnerhof. Im Zusammenhang mit den Jahreszeiten werden auch Kurse stattfinden wie Binden von Adventskränzen, Korbflechten, Veredelungsarbeiten (Salben, Teemischungen, Trockenfrüchte, Eingemachtes)
Im Lernbereich Park- und Geländepflege sind Kräuter, Wildpflanzen, Einjährige und Stauden, Gehölze wie auch Vögel, Insekten und Wildtiere Gegenstand des Arbeitsstudiums.

b) Folgende drei Themenbereiche sind vorzugsweise Gegenstand des zweiten Studienjahres:

Methodisch-didaktische Grundlagen für den Gartenbauunterricht in Theorie und Praxis
- phänomenologische Naturbetrachtung,
- erlebnisorientierte Wahrnehmung der Natur,
- alters- und klassenspezifische Bedürfnisse und  Befähigung der Schüler,
- lebendige Begriffe in ihrer Bedeutung für die  Schülerentwicklung,
- Verhältnis von Gartenbau und Schulleben,
- Anlage und Grundausstattung eines Schulgartens.

goetheanistische Naturbetrachtung
- die vier Elemente,
- das Prinzip der Metamorphose in Pflanzen- und  Tierreich,
- geologische Grundlagen,
- astronomische Grundlagen,
- meteorologische Grundlagen.

geisteswissenschaftlicher Hintergrund
Erarbeitung des „Landwirtschaftlichen Kurses“ und des „Bienenkurses“ R. Steiners.




c) Die Abschlussarbeit erstreckt sich über eine Saison: vom Frühjahr des 2. Studienjahres bis in den Herbst des 3. Studienjahres. Sie besteht in der selbstständigen Planung, Anlage und Kultivierung eines etwa 1Ar großen Gartens unter den im Laufe des Studiums behandelten Aspekten. Diese Arbeit wird dokumentiert und in 2 Kolloquien präsentiert. 

Leistungsnachweise

Im 1. Jahr sind drei Leistungsnachweise zu erbringen:
1. Arbeitstagebuch mit gärtnerischem Brevier,
2. Naturbeobachtungen dokumentiert durch Texte und Zeichnungen,
3. eine öffentliche Führung in Park und Gelände.

Im 2. Jahr sind zwei Leistungsnachweise zu erbringen:
1. pädagogische Leistung z. B. Planung, Durchführung und Evaluation eines Angebotes für das Projekt „Umweltdetektive“,
2. Ausstellung zu einem naturpädagogischen Thema.

Eine individuelle Studiumsgestaltung kann nur nach Absprache erfolgen. Die Verkürzung des Studiums ist möglich (z. B. durch den Nachweis einer Gärtnerlehre).

Die Studienzeiten des Fachbereichs Gartenbau sind: 14.00-17.00 Uhr, der Mittwoch ist in der Regel veranstaltungsfrei. Die thematische Gliederung und zeitliche Einteilung des Studiums ist abhängig von den Witterungsverhältnissen und dem jahreszeitlichen Entwicklungsstand.





Kontaktpersonen:
Frau Heike Korfmann, Herr Gerhard Stocker