
Studiengang KlassenlehrerIn mit Fach Gartenbau
Ökologische Schlagworte wie Biodiversität, Klima, Nachhaltigkeit,
Qualität der Nahrungsmittel, Gesundheit, Salutogenese u. v. a. prägen den
öffentlichen Diskurs und fordern uns zunehmend in der Lebensgestaltung heraus.
Eine solide Urteilsbefähigung für das jetzige und spätere Leben in
diesen Fragen kann nur in einem nachhaltig positiven und sinnvollen Verhältnis
des jungen Menschen durch Kopf, Herz und Hand zu der Natur begründet liegen.
Der Gartenbau versucht, diese Aufgabe insofern zu leisten, als er Schülern das
sinnvolle und sinnerschließende Tun in der Natur nahe bringt. Lernendes und
tätiges Erfahren unserer Beziehung zu Erde, Pflanze, Tier und Himmel,
praktisches Denken und planvolles Tun im Bereich des Lebendigen sind Ziel und
Mittel, diese Herzensangelegenheit zu realisieren.
|
Das Studium
Das Fachstudium zum Gartenbaulehrer erstreckt sich über 2 ⅓ Jahre.
Es gliedert sich in drei Schwerpunkte: a) gärtnerische
Praxis, b) methodisch-didaktische Grundlagen, goetheanistische Naturbetrachtung,
geisteswissenschaftlicher Hintergrund, c) Abschlussarbeit.
a) Die gärtnerische Praxis ist Gegenstand vornehmlich des ersten Studienjahres. Zum einen wird sie im
Gärtnerhof erlernt und erübt und zum anderen im Park und Gelände des Instituts.
Grundlagen gärtnerischer Kulturen in den Bereichen Gemüse, Kräuter und Obst,
Tierhaltung, Bodenkunde,
Bodenbearbeitung, Düngungsfragen, Pflanzenkenntnisse, Arbeitsergonomie und
-technik, Werkzeug- und Maschinentechnik sind Kernbereiche des Lernbereiches Gärtnerhof. Im
Zusammenhang mit den Jahreszeiten werden auch Kurse stattfinden wie Binden von
Adventskränzen, Korbflechten, Veredelungsarbeiten (Salben, Teemischungen,
Trockenfrüchte, Eingemachtes)
Im Lernbereich Park- und
Geländepflege sind Kräuter, Wildpflanzen, Einjährige und Stauden, Gehölze
wie auch Vögel, Insekten und Wildtiere Gegenstand des Arbeitsstudiums. b) Folgende drei Themenbereiche sind vorzugsweise Gegenstand des zweiten
Studienjahres:Methodisch-didaktische
Grundlagen für den Gartenbauunterricht in Theorie und Praxis
- phänomenologische Naturbetrachtung,
- erlebnisorientierte Wahrnehmung der Natur,
- alters- und klassenspezifische Bedürfnisse und Befähigung der Schüler,
- lebendige Begriffe in ihrer Bedeutung für die Schülerentwicklung,
- Verhältnis von Gartenbau und Schulleben,
- Anlage und Grundausstattung eines Schulgartens.
goetheanistische
Naturbetrachtung
- die vier Elemente,
- das Prinzip der Metamorphose in Pflanzen- und Tierreich,
- geologische Grundlagen,
- astronomische Grundlagen,
- meteorologische Grundlagen.
geisteswissenschaftlicher
Hintergrund
Erarbeitung des „Landwirtschaftlichen Kurses“ und des
„Bienenkurses“ R. Steiners.
|
c) Die Abschlussarbeit erstreckt sich über eine Saison: vom Frühjahr des 2. Studienjahres bis in den
Herbst des 3. Studienjahres. Sie besteht in der selbstständigen Planung, Anlage
und Kultivierung eines etwa 1Ar großen Gartens unter den im Laufe des Studiums
behandelten Aspekten. Diese Arbeit wird dokumentiert und in 2 Kolloquien
präsentiert.
Leistungsnachweise
Im 1. Jahr sind drei Leistungsnachweise zu erbringen: 1. Arbeitstagebuch
mit gärtnerischem Brevier, 2. Naturbeobachtungen
dokumentiert durch Texte und Zeichnungen, 3. eine
öffentliche Führung in Park und Gelände.
Im 2. Jahr sind zwei Leistungsnachweise zu erbringen: 1. pädagogische
Leistung z. B. Planung, Durchführung und Evaluation eines Angebotes für das
Projekt „Umweltdetektive“, 2. Ausstellung
zu einem naturpädagogischen Thema.
Eine individuelle Studiumsgestaltung kann nur nach Absprache
erfolgen. Die Verkürzung des Studiums ist möglich (z. B. durch den Nachweis
einer Gärtnerlehre).
Die Studienzeiten des Fachbereichs Gartenbau sind: 14.00-17.00 Uhr,
der Mittwoch ist in der Regel veranstaltungsfrei. Die thematische Gliederung und zeitliche Einteilung des Studiums
ist abhängig von den Witterungsverhältnissen und dem jahreszeitlichen
Entwicklungsstand.
Kontaktpersonen:
Frau Heike Korfmann, Herr Gerhard Stocker
|