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Studiengang KlassenlehrerIn mit Fach Handarbeit
Die Handgeschicklichkeit und der Schönheitssinn sind wesentliche
Qualitäten, die im Handarbeitsunterricht gefördert werden. Da die
Feinmotorik die Denkfähigkeit schult, nimmt der Handarbeitsunterricht
einen wichtigen Platz in der Waldorf-Schule ein.
Handarbeits-LehrerInnen benötigen Kenntnisse verschiedenster
Handwerkstechniken sowie die Fähigkeit, Entwürfe künstlerisch zu
gestalten, auszuführen und durch Materialien die Schüler anzuregen,
ihre Umwelt individuell zu gestalten. Das Fach Handarbeit hat sich zu
einer ganzjährigen Fachausbildung entwickelt, in der die grundständig
und die 1-jährig Studierenden integriert unterrichtet werden.
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Handarbeit zu studieren heißt einen Bereich wiederzuentdecken, der elementar das Menschsein ausmacht. Wenn wir mit den Händen Dinge anfertigen, die den Körper des Menschen schützen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen und die wir auch noch schön gestalten können, sind wir kulturschaffend tätig und wir eröffnen uns einen Zugang zur Menschheitsentwicklung. Außerdem macht es Freude und schafft ein Grundzufriedenheit etwas Sinnvolles, Notwendiges und gleichzeitig Schönes mit den eigenen Händen herzustellen. Deswegen ist dieser Bereich in der Waldorfschule nicht nur den Mädchen vorbehalten.
Die Handarbeitslehrer/innen haben den Auftrag den Schönheitssinn zu schulen, Handwerkstechniken sachgerecht zu vermitteln und dem Zweck dienend zu gestalten. Aus dem Anschaulich-Schönen heraus sollen in verschiedenen Altersstufen Fähigkeiten entwickelt und freigesetzt werden., die zum Geschickt-Werden im Leben beitragen
Das Studium der Handarbeit erstreckt sich über 3 Jahre, wobei das 1. Jahr unter dem Aspekt des selbstständigen Kennenlernens der Spannbreite des Faches steht: Besuche in der Schule, Ausstellungen, Museen, Miterleben von Klassenspielen, Monatsfeiern, Basaren etc. Eventuelle Teilnahme an Fachtagungen soll die Augen öffnen für den zukünftigen Gestaltungs-bereich und die ästhetische Urteilsfähigkeit schulen. . Daneben kann der Studierende Grundtechniken üben, die er noch nicht beherrscht.
Im 2. Jahr nun erwartet ihn ein intensives Eintauchen in die praktische Tätigkeit und die intensive Beschäftigung mit den Lehrplanvorgaben: Welche Handarbeiten braucht das Kind in den verschiedenen Jahren, um in seiner seelischen und geistigen Entwicklung tätig unterstützt zu werden?
Praxisnah werden Maschinennähen, Schneidern, Spinnen und Weben, Kostümgestaltung, Buchbinden und Korbflechten vermittelt: in Intensivwochenenden an der Schule unter Leitung von tätigen Handarbeitslehrerinnen.
In allen 3 Jahren können während der Praxisphase eigene Erfahrungen im Handarbeitsunterricht gesammelt werden.
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Der innere Lehrplan der Handarbeit zielt auf die Intelligenzentwicklung des Menschen. Die sinnvolle, zielführende und auch feinmotorische Arbeit mit den Händen bildet das Denken aus und ist dabei eng verbunden mit der Sprachentwicklung des Menschen. Hände und Mund stehen in einer engen Beziehung zueinander. Deswegen ist es keineswegs abwegig das Studium der Handarbeit mit Förderaspekten besonders im sprachlichen Bereich zu verknüpfen.
Im 1. und 3. Jahr der Ausbildung, in denen man eher selbstständig bzw. in der Schule mit der konkreten Handarbeit beschäftigt ist, gibt es Veranstaltungen zur Sinnesentwicklung und Intelligenz.
Ein zweiter Bereich ist die Sprachentwicklung und die Besonderheiten, die man in diesem Bereich bei den Kindern entdecken kann, sei es in Richtung einer retardierten Entwicklung oder einer Hochbegabung.
Damit verbunden werden Möglichkeiten der Sinnes- und Sprachförderung dargestellt und ausprobiert und natürlich ausgelotet, welche Rolle die Handarbeit in diesem Zusammenhang spielen kann.
Bereits während der Ausbildung hat die Sprache auch bei den praktischen Übungen einen besonderen Stellenwert. Im ersten Jahr dokumentiert der Studierende seine selbstständig gemachten Erfahrungen in einem Portfolio und auch im weiteren Verlauf ist Sprechen und Schreiben über Handarbeit ein Element der Ausbildung. Besonders das Erklären von Arbeitsschritten erfordert hohe Konzentration, ist es doch ein Bewusstwerden der eigenen Bewegungen, ein klares und logisches Darstellen von aufeinander folgenden Schritten. So kann der Student selbst die Beziehung von Bewegung und bewusst gemachter Bewegung durch die Sprache erleben.
Aufnahmebedingungen
Die Aufnahme in das Fach erfolgt nach einem Vorstellungsgespräch, wobei auch selbstgefertigte Arbeiten vorgelegt werden sollen.
Perspektiven
AbsolventInnen können in diesem Fachgebiet von Klasse 1 bis 10 unterrichten.
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