INTERKULTURELLE KOMPETENZ (IKD)

Fächerübergreifende Fortbildung

Bereich II - Traumapädagogik

mit Mitja Kraugmann, Dortmund

Termine

14.01.2019 | 16.01.2019 | 21.01.2019 | 23.01.2019 | 28.01.2019 | 30.01.2019 | 01.04.2019 | 03.04.2019 | jeweils von 15:30 - 18:30 Uhr

 

Themen

Als pädagogische Fachkräfte nehmen wir heute alle zwei Jahre an einem Erste-Hilfe-Kurs teil. So wie wir physische Wunden selbstverständlich erkennen, versorgen und die notwendige Hilfe in Anspruch nehmen, sollten wir auch seelische Verletzungen erkennen und bei Zustimmung versorgen und die notwendige Hilfe in Anspruch nehmen. Bei angemessener Erstversorgung können auch seelische Wunden besser heilen, wenn auch oft Narben zurückbleiben, die anfällig für erneutes Leid sein können.

So wie physische Wunden sich infizieren können,  gibt es auch seelische Verletzungen, deren Heilung sich aufgrund von mangelnder Fürsorge oder Schwere der Verletzung als besondere Herausforderung für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und das soziale Umfeld zeigen.

 

Aus dem Bedürfnis heraus, traumatisierte Kinder und Jugendliche im pädagogischen Alltag besser zu unterstützen, ist in den vergangenen Jahren die Notfallpädagogik und Traumapädagogik entstanden. Sie versteht sich insbesondere als Pädagogik des sicheren Ortes und der Selbstbemächtigung im Gegensatz zu Unsicherheits- und Ohnmachtserfahrung der traumatischen Situation. Der seelischen Verletzung begegnet sie mit einer trauma-sensiblen Grundhaltung, deren Mittelpunkt die Annahme des guten Grundes bildet.

 

Bei seelischer Schwerstverletzung tragen das Kind und die soziale Umgebung auch lange nach der traumatischen Situation erhebliche Belastungen. Hier gilt es für die pädagogischen Fachkräfte Symptome durch ein grundlegendes Wissen der Psychotraumatologie zu erkennen und das Verhalten des Kindes als eine normale Reaktion auf eine außerordentliche Belastung zu würdigen und wertschätzend nachzuvollziehen (Annahme des guten Grundes). Seelische Verletzungen werden so bei Schülerinnen und Schülern im pädagogischen Alltag leichter erkannt und es entsteh ein gemeinsames Suchen nach einem angemessenen Umgang, Unterstützung und Fürsorge wie bei Folgen physischer Verletzungen.

 

Das Anknüpfen an die Selbstheilungskräfte und das Einbeziehen oder der Aufbau eines kooperativen Helfersystems stehen im Vordergrund des Handelns. Das gemeinsame pädagogische Handeln auf Augenhöhe unterstützt die Kinder und Jugendlichen aus herausfordernden Lebensumständen dann bei der Verarbeitung ihrer Erfahrung und stärkt ihre Selbstheilungskräfte. Bei Störungen auf dem Heilungsweg ginge es mehr um die Annahme des guten Grundes: „Alles, was ein Mensch zeigt, macht Sinn in seiner Geschichte!“, und den Erhalt bzw. Aufbau des sicheren Ortes.

 

Die Methoden der Waldorfpädagogik stellen mit dem Einüben dieser trauma-sensiblen Haltung für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte eine sehr wertvolle Ressource dar. Durch die Erkenntnisse der Psychotraumatologie, Resilienz-, Bindungs- und Achtsamkeitsforschung können diese Methoden im Sinne der traumatisierten Kinder wie Jugendlichen genutzt,  weiterentwickelt werden und so die „Trauma-Heilung“ unterstützen. Es entsteht ein Lernraum, in dem die Mädchen und Jungen erleben „Ich bin normal!“ – Handlungen können dann als normale Reaktion auf eine „Nichts-geht-mehr-Situation“ verstanden werden.

 

Arbeitsweise

Lehrervortrag, Unterrichtsgespräch, Kleingruppenarbeit, künstlerische Übungen, praktische Übungen, stabilisierende Imaginationen

 

Mitja Kraugmann

Klassenlehrer mit Fach Sonderpädagogik/Heilpädagogik, Zusatzqualifikation in Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT), Erlebnispädagogin

 

Teilnahmegebühr

180,00 €

Bereich II - Clowning - ein Weg in der Traumapädagogik

mit Angela Hopkins, nose to nose - Potsdam

Achtung, diese Fortbildung ist bereits voll belegt!
Wenn Sie sich über das Formular anmelden, gelangen Sie automatisch auf die Warteliste. Ihnen wird dann noch mitgeteilt, ob Sie teilnehmen können.

 

Termin

03.05.2019, 15 h bis 05.05.2019, 13 h

 

Themen

Mit Clowning wollen wir uns dem Thema Traumatisierung annähern. Wir erleben eigene Reaktionsweisen und wie wir selbst mit Situationen umgehen, erfahren einen hilfreichen Umgang mit der eigenen Verletztheit. Das Thema Selbstfürsorge als Vorraussetzung des Helfens wird ebenfalls angesprochen.

 

Beim Clowning geht es darum, aus der Wahrnehmung des Moments spontan kreativ und improvisierend in Beziehung zum Mitmenschen und zum eigenen Umfeld zu treten. Das fördert eine erhöhte Wahrnehmung der Umwelt und eine Zentriertheit in sich selbst - für die Traumapädagogik eine wichtige Erfahrung. Clowning ist ein Weg des Loslassens und zugleich der künstlerischen Gestaltung. Es ist eine Wesensbegegnung und spricht den Menschen direkt im Herzen an. Es handelt sich um eine sinnvolle, sinnstiftende, beziehungsschaffende Begegnung, die alle Betroffenen dem Alltag enthebt und uns in einen warmen zwischenmenschlichen Raum führt. Das Clowning  bietet die Chance das Selbstbewusstsein zu entwickeln und die Sicherheit in die Wogen des Lebens zu finden, dass sich aus der Präsenz Möglichkeiten des Handelns und eine traumasensible Haltung ergeben. Dieses Erleben kann später auf die Arbeit im Pädagogischen übertragen werden. 

 

Wir arbeiten in einer Gruppe mit nicht mehr als 16 Teilnehmern. Wir beginnen uns mit Spielen sowie mit Stimm- und Körperübungen aufzuwärmen. Wir fahren mit Improvisationen auf einer Bühne (alleine oder mit anderen) fort. Jede Improvisation wird nachbesprochen, um die positiven und wichtigen Aspekte unseres Clowns und wie er mit uns lebt, hervorzuholen. Dies alles geschieht behutsam und respektvoll für den Einzelnen, innerhalb eines Rahmens von Regeln, die ein sicheres und schützendes Umfeld bieten.

 

Angela Hopkins

Geboren in Bristol (UK), aufgewachsen in UK und Deutschland, von Natur aus schüchtern. Mutter von vier Kindern, Mitbegründerin von Timeout - einer ganzheitlichen Jugendhilfe-Einrichtung, Waldorf-Englischlehrerin und Projektmanagerin, Köchin auf schottischen Wandertouren, und Clowning Facilitator: durch jeden Aspekt ihres Lebens ziehen Spiel, Verspieltheit und Freude als roter Faden. Mehr über nose to nose

 

Teilnahmegebühr

100,00 €

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Anmeldung

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